Foto: André Macher
Foto: Pixapay
Ein widerstandsfähiger Überlebenskünstler der seinesgleichen sucht und dennoch vom Aussterben bedroht ist!
Egal in welchem Lebensstadium sich der Aal befindet, er hat von Anfang an bis zum Ende seines Lebens mit erheblichen Hürden und vielen Fressfeinden zu kämpfen.
Als Weidenblattlarve beginnt sein beschwerlicher Weg von seinem Geburtsort der Sargassosee bis in die Heimischen Gewässer in ganz Europa.
Hat es die Aallarve (Weidenblattlarve) nach etwa 3 Jahren geschafft an den europäischen Küsten anzukommen, beginnt dort die Metamorphose zum etwa 7 cm großen Glasaal.
Glasaale werden auf dem Weltmarkt als Delikatesse gehandelt. Deshalb werden Glasaale an den Küsten, vor den Flussmündungen ins Landesinnere zu den heimischen Binnengewässern in großen Mengen abgefischt. Ein Großteil wird direkt als Delikatesse vermarktet, ein weiterer Teil landet in Aquakulturen, ein geringerer Teil wird als „Aalbrut“ in den Binnengewässern ausgesetzt. Und die wenigsten schaffen es aus eigener Kraft in den Binnengewässern einzuwandern um dort die meiste Zeit ihres Lebens zu verbringen.
Nicht nur der Weg zu den heimischen Gewässern ist mit Hürden, wie Querverbauungen, Wasserkraftanlagen zu meistern, sondern auch unentdeckt vor Fressfeinden zu bleiben. Diese Gefahren werden den Aal von Beginn seines Lebens bis zum Ende begleiten!
Angekommen in den heimischen Gewässern werden Weibchen mit 10 bis 15 Jahren geschlechtsreif, Männchen im Alter von 6 bis 9 Jahren. Hat der Aal nicht die Möglichkeit abzuwandern und verbleibt in einem Gewässer, kann der Aal bis zu 80 Jahre alt werden. Während seiner letzten Lebenszeit in den heimischen Gewässern beginnt für den Aal eine letzte Verwandlung zum Blankaal. Der Aal färbt sich silbrig-grau, der After bildet sich zurück und seine Augen werden deutlich größer. Die großen Augen sind wohl das markenteste Merkmal für den Blankaal.
Bis zur völligen Verwandlung zum Blankaal reduziert der Aal die Nahrungsaufnahme, bis er sie auf seinem langen Weg, von bis zu 5000 Kilometern zu seinem Laichgebiet ganz einstellt und nur noch von seinen Fettreserven zehrt. In seiner Verwandlungsphase bildet sich der Verdauungstrakt komplett zurück und weicht den sich entwickelnden Geschlechtsorganen.
Nun beginnt erneut ein beschwerlicher Weg für den Aal, als Blankaal! Den gleichen beschwerlichen Weg den der Aal schon im Jungstadium als Glasaal zurücklegen musste, wird er nun als Blankaal wieder überwinden müssen. Da der Rückweg zurück ins Laichgebiet der Sargassosee mit erheblichen Hürden gespickt ist, werden die Wanderungen durch Projekte wie dem Aal-Taxi unterstütz.
Beim Aal-Taxi werden von September bis November Blankaale abgefischt, gesammelt und anschließend bis hinter die letzte Querverbauung gebracht. Von dort aus kann der Blankaal ungehindert in sein Laichgebiet zurückkehren und den Vorgang für einen neuen Lebenszyklus vollziehen.
Leider ist der Europäische Aal auf Besatzmaßnahmen als Glasaal und Projekte wie dem Aal-Taxi angewiesen, damit die Bestände in einer einigermaßen gesunden Dichte bestehen bleiben!
An dieser Stelle möchten wir uns nochmals bei unseren engagierten Vereinen bedanken die jedes Jahr eifrig beim Besatz von Glasaalen mitmachen.
Besatzmaßnahmen mit Glasaalen werden kofinanziert von der Europäischen Union und mitfinanziert durch den Freistaat Bayern aus dem Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds 2024-2029 (EMFAF).
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